Living the American dream:
ein Jahr im Ausland
Liebe Schulgemeinschaft,
mein Name ist Eliah Scheit und ich habe in 2023 einen einjährigen Schüleraustausch in den USA unternommen. In diesem Beitrag berichte ich über alles rund um meinem Austausch, somit möchte ich darauf hinweisen, dass die Lesezeit wahrscheinlich zwischen 20 - 30 Minuten beträgt.
Insgesamt gibt es 6 Themenbereiche: Schüleraustausch, Schule, Leben in Amerika, Einheimische Kultur, Natur/Klima und abschließend geht es nochmal um meinen eigenen Podcast. Sollten Sie sich also nur für ein bestimmtes Thema interessieren, sind diese 6 Abschnitte im Beitrag nummeriert aufgeführt, damit man sie leicht finden kann.
Ebenfalls gibt es, wie bereits erwähnt, auch einen Podcast in welchem ich über meine Erlebnisse berichte und welcher noch einmal mit Videos und Bildern unterstützt ist. Dieser ist in 6 Folgen aufgeteilt welche über die oben genannten Themen handeln.
Es gibt Momente im Leben, welche uns prägen, die unseren Blick auf die Welt verändern und uns zu der Person formen, die wir eines Tages sein möchten. Ein Jahr im Ausland - weit weg von Familie, Freunden, vertrauten Gewohnheiten und der eigenen Komfortzone - gehört definitiv dazu.
Im Jahr 2023 traf ich, Eliah Scheit, eine der größten Entscheidungen meines Lebens, ich begann meinen einjährigen Schüleraustausch in Amerika. Während meines Austauschs durfte ich in
Süd Dakota leben, welches vor allem für seine weiten Prärien, herzliche Gastfreundschaft und den authentischen „American Dream“ bekannt ist. Dort besuchte ich die Stevens Highschool, welche
mit mehr als 1000 Schülern in den Klassenstufen 9 - 12 eine, im Vergleich zu Deutschland, sehr große Schule ist.
In diesem Beitrag möchte ich viele meiner Erfahrungen von dort teilen. Darunter sind generelle Infos über meinen Austausch, aber auch Infos über das Schulsystem in den USA, meinen Schulalltag, Unterschiede zu Deutschland, mein normaler Alltag, die einheimische Kultur Süd Dakotas und andere spannende Themen.
Zum Abschluss widme ich mich ebenfalls noch meinem Podcast, der meine Projektarbeit ergänzen soll. Ein Podcast ist wie eine Radiosendung, die man jederzeit online anhören kann, um sich Geschichten oder Informationen zu einem Thema anzuhören. In meinem Podcast teile ich meine Erlebnisse, Erkenntnisse und Highlights nochmals auf Deutsch und Englisch. Diese werden zusätzlich auch noch von Bildern und Videos begleitet, um die Erzählung noch lebendiger zu gestalten.
Beim Lesen ist es wichtig zu beachten , dass ich aus EIGENER ERFAHRUNG schreibe und, im Podcast, ebenfalls rede und ich meine meiste Zeit nur in einem von 50 Bundesstaaten der USA verbracht habe. Es können also verschiedene Regeln, Verhaltensweisen, Gesetze, Schulordnungen, etc. von Staat zu Staat variieren. Alles was ich sage trifft hauptsächlich auf Süd Dakota zu und kann, jedoch muss nicht, in anderen Staaten ebenfalls so vertreten sein.
1. Schüleraustausch
Ideenentstehung / Vorgeschichte
Die Frage, wie es überhaupt zu meinem Schüleraustausch kam, wurde mir oft gestellt. Tatsächlich hat es vor allem mit sehr viel Glück zu tun. Im Jahr 2022 hatte ich die Möglichkeit an einem zweiwöchigen Austauschprogramm, zusammen mit meiner damaligen Klasse, teilzunehmen. Ziel war das kleine Dörfchen Dupree mit etwa 500 Einwohnern im Herzen des Bundesstaats Süd Dakota. Dazu gibt es hier auf der Website ebenfalls einen Beitrag unter "Schüleraustausch 2022" im Medienarchiv.
Während meines Aufenthalts in Dupree lebte ich zusammen mit einem Freund aus Deutschland auf einer Farm. Diese war allerdings alles andere als gewöhnlich; mit tausenden Kühen und riesigen Feldern die sich Kilometer weit strecken, bot sie uns einen authentischen Einblick in den „Cowboy-Lifestyle“, wie er oft in Filmen dargestellt wird. Die Tage dort waren geprägt von neuen Eindrücken und spannenden Erlebnissen.
Die atemberaubende Landschaft und die, im Vergleich zu Deutschland, ganz andere Lebensweise hinterließen bei mir einen bleibenden Eindruck. Doch wie jede Reise hatte auch diese ein Ende. Auf der Fahrt zum Flughafen schossen mir all die Erinnerungen und Erfahrungen durch den Kopf und in genau diesem Moment ist mir klargeworden, dass ich diese Erfahrung erneut machen will.
Noch auf der Rückfahrt sprach ich bereits mit meiner Austauschkoordinatorin und brachte meinen Wunsch nach einem langfristigen Schüleraustausch zur Sprache. Zurück in Deutschland ließ mich der Gedanke nicht los. Nachdem ich mich mit meinen Eltern lange beredet habe, gaben sie mir schließlich ihre Zustimmung und der Weg für meinen Schüleraustausch war geebnet.
Vorbereitung und Ankunft
Die Teilnahme an einem Austauschjahr eröffnet nicht nur neue kulturelle Perspektiven, sondern ist auch eine organisatorische Herausforderung. Als erstes muss man ein geeignetes Austauschprogramm finden. In meinem Fall war dies das German American Partnership Program (GAPP), das sich vor allem durch seine relativ niedrigen Kosten und die Fokusregion Süd Dakota für mich hervorgehoben hat.
Nachdem ich mich für GAPP entschieden hatte, begann der aufwendige Bewerbungsprozess. Neben zahlreichen Formularen, darunter medizinische Unterlagen und Nachweise über Impfungen, musste ich einen persönlichen Brief verfassen. Dieser diente dazu, mich und meine Hobbies vorzustellen und war ein entscheidender Faktor bei der Auswahl einer passenden Gastfamilie. Der Austauschkoordinator spielt dabei eine zentrale Rolle, da er die Gastfamilien persönlich besucht und Interviews durchführt, um sicherzustellen, dass man in die Familie passt.
Auch rechtliche und logistische Aspekte waren nicht zu unterschätzen. So musste ich ein US-Visum beantragen, eine Auslandskrankenversicherung abschließen und einen Handyvertrag organisieren. Nachdem all diese Schritte abgeschlossen waren, konnte ich einen Flug buchen. Am 04.08.2023 flog ich los, mein Ziel war jedoch noch nicht Süd Dakota, sondern Minneapolis, eine Großstadt in Minnesota, in welcher mich meine Gastfamilie abholte.
Die ersten Wochen verbrachte ich mit ihnen in einem Seehaus, was mir half, mich langsam an die neue Umgebung zu gewöhnen. Diese Zeit war geprägt von intensiven Gesprächen, gemeinsamen Aktivitäten wie Bootsausflügen und einem erneuten Kennenlernen der amerikanischen Lebensweise. Danach fuhren wir gemeinsam nach Rapid City, Süd Dakota.
Sprachliche und emotionale Anpassung
Die ersten Tage und Wochen in der USA brachten viele Herausforderungen mit sich. Eine der größten Herausforderungen bei einem Schüleraustausch ist die sprachliche Anpassung. Obwohl ich bereits vor meiner Abreise, durch meinen vorherigen Austausch, über solide Englischkenntnisse verfügte, stellte die ständige Kommunikation in einer anderen Sprache eine große Herausforderung dar. Besonders in den ersten Wochen, war mein Gehirn oft damit überfordert immer wieder alles zu übersetzen. Abends war ich häufig erschöpft, weil ich den ganzen Tag Englisch sprechen und verstehen musste. Hinzu kamen unbekannte Redewendungen und Slang-Ausdrücke, die es mir umso schwerer machten.
Ein weiterer Aspekt war mein starker, deutscher Akzent, der anfangs zu Schwierigkeiten in Unterhaltungen führte. Es kam vor, dass ich mich wiederholen oder Begriffe umschreiben musste, da mir die passenden englischen Worte fehlten. Mit der Zeit gewöhnte ich mich jedoch daran und irgendwann begann ich sogar in Englisch zu denken.
Auch die emotionale Anpassung spielte eine wesentliche Rolle. Das neue Umfeld, die ungewohnte Kultur und das Leben fern von Familie und alles was einem vertraut ist, war anfangs eine große Umstellung. Es erforderte Geduld und Offenheit, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Fehler zu machen und daraus zu lernen war in dem Fall ein natürlicher Teil des Prozesses.
Leben in der Gastfamilie
Das Leben in einer Gastfamilie ist ein zentraler Bestandteil eines Schüleraustauschs. Meine Gastfamilie bestand aus meinen Gasteltern Jan und Rob, meinen Gastschwestern Emmi und Isla, sowie drei Haustieren: einem kleinen Hund namens Milo und zwei Katzen, Phoebe und Trixie. Ich hatte das Glück viel Privatsphäre genießen zu können, da ich die gesamte Kellerebene für mich allein hatte. Gleichzeitig brachte dies auch Verantwortung mit sich, wie das Sauberhalten meines Bereichs, einschließlich des Bade-, Sport- und Freizeitzimmers und das Waschen meiner eigenen Kleidung.
Die Zeit mit meiner Gastfamilie hat mir sehr viel gelehrt und gezeigt. Sie nahmen mich auf zahlreiche Ausflüge mit, unter anderem zu Sehenswürdigkeiten, wie dem Mount Rushmore und dem Badlands National Monument. Diese Erlebnisse stärkten die Bindung zu meiner Gastfamilie und ermöglichten es mir gleichzeitig die Region besser kennenzulernen. Natürlich gab es auch gelegentlich Missverständnisse, doch durch offene Gespräche konnten diese oft relativ schnell geklärt werden.
Das Leben in einer Gastfamilie bringt neue Routinen sowie Regeln mit sich. Es erfordert Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit, sich in ein bestehendes Familiensystem einzufügen, ohne die eigene Identität zu verlieren. Diese Erfahrungen fördern das Verständnis für unterschiedliche Lebensweisen und verstärken soziale Kompetenzen, unter anderem das Selbstbewusstsein, Zeit Management und Selbstorganisation.
Persönliches Wachstum
Ein Schüleraustausch bietet also zahlreiche Möglichkeiten zur persönlichen Weiterentwicklung. In meinem Fall war dies einer der bedeutendsten Aspekte während meines Austauschjahres. Die Herausforderungen welche mit dem Leben in einer neuen Kultur auftauchten, machten mich unabhängiger und selbstbewusster. Oft musste ich mich in ungewohnten Situationen zurechtfinden, egal ob in der Schule, unter Freunden oder bei alltäglichen Aufgaben.
Durch den Kontakt mit anderen Meinungen und Lebensweisen wurde ich auch offener und toleranter. Ich lernte unterschiedliche Ansichten zu verstehen und meine eigenen zu hinterfragen. Besonders wichtig war die Erkenntnis, dass es keine allgemeine „richtige“ oder „falsche“ Art zum Leben gibt, sondern dass jede Kultur ihre eigenen Stärken und Schwächen hat. Um die amerikanische Sichtweise besser zu verstehen, halfen mir vor allem Gespräche mit Mitschülern über Themen wie Politik, Bildung und unseren Alltag.
Abschied und Rückkehr
Der Abschied von meiner Gastfamilie und meinen neu gewonnenen Freunden war einer der emotional anspruchsvollsten Momente meines Lebens. Obwohl ich dachte, dass ich mich gut mental darauf vorbereitet hatte, war der endgültige Abschied dennoch sehr schwer. In den letzten Wochen versuchte ich jeden Moment sehr bewusst zu erleben und die verbleibende Zeit intensiv zu nutzen. Währenddessen machte ich mir bereits Gedanken, wie ich den Kontakt in Zukunft aufrechterhalten könnte.
Die Rückkehr nach Deutschland war mit gemischten Gefühlen verbunden. Einerseits freute ich mich darauf, meine Familie und Freunde wiederzusehen, andererseits vermisste ich die USA und das dortige Leben. Besonders in den ersten Wochen fühlte ich mich hin und her gerissen, als würde ich zwischen zwei Welten stehen. Manche alten Gewohnheiten wirkten fremd, während ich Routinen aus meinem amerikanischen Alltag vermisste.
Interessanterweise betrachtete ich meine Heimat nach meiner Rückkehr mit neuen Augen. Dinge, die mir zuvor selbstverständlich erschienen, wie das deutsche Schulsystem oder bestimmte Gewohnheiten, nahm ich plötzlich sehr viel bewusster wahr. Gleichzeitig wurde mir klar, wie sehr mich die Erfahrungen in den USA verändert hatten und wie sehr ich einige alltäglichen Sachen vermisse.
Es war eine Zeit der Reflexion und des Ankommens, die mir bewusst machte wie wichtig dieses Austauschjahr wirklich für mich war.
2. Schule
Struktur der Schule
Das amerikanische Schulsystem unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von dem deutschen. Grundlegend lässt es sich in drei Bereiche einteilen. Schüler starten in
der „Elementary School“, welche in der Regel den Kindergarten bis zur 5. oder 6. Klasse umfasst. Als nächstes besuchen die amerikanischen Schüler die „Middle School“. Je nach Region beinhaltet
diese Schule die Klassen 6 oder 7 bis zur Klasse 8. Bevor sie ihren Abschluss machen können müssen sie noch die „High-School“ abschließen. Diese schließt die Klassen 9 bis 12 ein und stellt den
letzten Schritt vor dem Übergang zum College oder Universität dar.
Ein zentrales Element im amerikanischen Schulsystem ist das sogenannte „Kreditsystem“. Schüler müssen eine bestimmte Anzahl an Krediten erwerben, um ihren Abschluss zu schaffen. Dabei entspricht ein ganzjähriger Kurs oft 1 Kredit und ein semesterlanger Kurs 0,5 Kredit. Die Kurswahl erfolgt dabei in drei Kategorien. Es gibt die „Core Subjects“, also die Pflichtfächer, welche Fächer wie Mathematik, Englisch und Naturwissenschaften beinhalten. Diese Fächer muss jeder Schüler belegen.
Dann gibt es noch „Electives“, die Wahlfächer. Diese geben den Schülern die Möglichkeit ihren Interessen nachzugehen. Beispiele, welche ich gewählt habe, sind hier
Fotografie, Grafikdesign oder Gewichtheben als Sportunterricht.
Die letzte Art von Fächern sind die „AP-Kurse“. Hierbei steht AP für „Advanced Placement“, also fortgeschrittene bzw. erweiterte Platzierung. Diese anspruchsvollen
Klassen bieten die Möglichkeit, sowohl High-School- als auch College-Kredit zu erwerben und beinhaltet Fächer wie AP-Biologie oder AP-Geschichte.
Ein weiterer erwähnenswerter Aspekt ist, dass in amerikanischen High-Schools jeder Schüler die Möglichkeit hat, seine Fächer individuell auszuwählen. Neben den
Pflichtfächern ermöglicht dies den Schülern, ihren Stundenplan an persönlichen Interessen anzupassen. Hierbei müssen sie nur darauf achten, dass sie das Kreditminimum am Ende ihrer High-School
Karriere erreichen. Dieses liegt oft zwischen 22 und 26 Kredit.
Die Bewertung an amerikanischen Schulen erfolgt nicht durch Zahlen sondern anhand eines Buchstabensystems von A bis F (wobei E wegen Verwechslungsgefahr mit dem Wort „Exzellent“ ausgelassen wurde). Um einen Kurs zu bestehen, muss ein Schüler mindestens die Note D erreichen. Ergänzt wird das System mit der Berechnung des „GPA“ („Grade Point Average“ = Notendurchschnitt). Ein GPA von 4.00 entspricht hierbei durchgehend sehr gute Leistungen (A), während ein GPA von 0 durchgehend schlechte Noten (F) darstellt. Erweiterte Kurse können außerdem zu einem GPA von 5.0 führen.
Schulleben und Aktivitäten
Das alltägliche Schulleben in einer amerikanischen High-School zeichnet sich vor allem durch einen festen Stundenplan aus, bei dem Schüler jeden Tag dieselben Fächer besuchen. Ein typischer
Schultag an, z.B. meiner Schule, der Stevens High-School in Rapid City, beginnt um 8.25 Uhr und endet um 15.20 Uhr. Dies kann von Schüler zu Schüler anders sein, da es Fächer gibt, welche in
einer 0. Stunde unterrichtet werden. Diese beginnt früher, um 7.30 Uhr. Es gibt außerdem auch 2 Mittagspausen, da die Schule nicht die 1600 Schüler in einer Mittagspause unterbringen kann.
Mein eigener Stundenplan beinhaltete viele, aus deutscher Sicht, ungewöhnliche Fächer. Da ich als Pflichtfächer nur Mathe und Englisch hatte, hatte ich viel Freiheit zum Gestalten meines Schultages. Im ersten Semester hatte ich in der ersten Stunde Geschichte, danach Grafik Design und dann Sport Unterricht. Dabei hatte ich mich in den Sport Unterricht „Gewichte Heben“ eingewählt, wobei es auch andere gab, welche sich zum Beispiel auf die Ausdauer konzentrieren. In der vierten Stunde hatte ich Mathe und danach Mittagspause. Nach der Essenspause hatte ich Englisch und in der letzten Stunde Fotografie.
Schulleben und Aktivitäten
Das alltägliche Schulleben in einer amerikanischen High-School zeichnet sich vor allem durch einen festen Stundenplan aus, bei dem Schüler jeden Tag dieselben Fächer besuchen. Ein typischer
Schultag an, z.B. meiner Schule, der Stevens High-School in Rapid City, beginnt um 8.25 Uhr und endet um 15.20 Uhr. Dies kann von Schüler zu Schüler anders sein, da es Fächer gibt, welche in
einer 0. Stunde unterrichtet werden. Diese beginnt früher, um 7.30 Uhr. Es gibt außerdem auch 2 Mittagspausen, da die Schule nicht die 1600 Schüler in einer Mittagspause unterbringen kann.
Mein eigener Stundenplan beinhaltete viele, aus deutscher Sicht, ungewöhnliche Fächer. Da ich als Pflichtfächer nur Mathe und Englisch hatte, hatte ich viel Freiheit zum Gestalten meines Schultages. Im ersten Semester hatte ich in der ersten Stunde Geschichte, danach Grafik Design und dann Sport Unterricht. Dabei hatte ich mich in den Sport Unterricht „Gewichte Heben“ eingewählt, wobei es auch andere gab, welche sich zum Beispiel auf die Ausdauer konzentrieren. In der vierten Stunde hatte ich Mathe und danach Mittagspause. Nach der Essenspause hatte ich Englisch, dann Psychologie (später abgewählt und stattdessen Kunst) und in der letzten Stunde Fotografie.
Eine weitere Besonderheit im Schulalltag ist die gemeinsame Teilnahme am „Pledge of Allegiance“ (=Treueschwur) zu Beginn der 2.
Unterrichtsstunde. Bei diesem werden alle Schüler dazu eingeladen aufzustehen, ihre Hand auf ihr Herz zu legen und in Richtung der, in jedem Klassenraum vorhandenen, US-amerikanischen Flagge zu
schauen. Als nächstes spricht der Lehrer den Treueschwur. Dieser geht so:
“I pledge allegiance to the Flag of the United States and to the Republic for which it stands: one Nation indivisible, with Liberty and Justice for
all.”
Übersetzt heißt das:
„Ich gelobe Treue zu der Flagge der Vereinigten Staaten und zu der Republik, für die sie steht: eine unteilbare Nation, mit Freiheit und Gerechtigkeit für alle.“
Nachdem der Treueschwur aufgesagt wurde setzen sich alle Schüler wieder und der Unterricht geht weiter.
Neben dem Unterricht spielt das Sozialleben eine zentrale Rolle. Durch den ständigen Wechsel der Klassenkameraden - da Schüler in unterschiedlichen Fächern jeweils mit anderen Schülern
unterrichtet werden - ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, neue Freundschaften zu schließen. Viele Schüler versuchen ihre Stundenpläne gezielt so zu wählen, dass sie mit ihren Freunden
gemeinsam Unterricht haben. Dies ist jedoch nicht immer problemlos möglich.
Außerhalb des regulären Unterrichts bietet die High-School außerdem ein großes Angebot an Aktivitäten und Clubs. Sportliche Aktivitäten wie z.B. Basketball, Volleyball, Tennis, Golf,
American Football, Fußball und speziellere Sportarten wie das Speerwerfen sind sehr beliebt und ermöglichen es den Schülern, sich sportlich zu betätigen und an Turnieren teilzunehmen.
Kulturelle und kreative Aktivitäten sind ebenfalls an vielen Schulen vertreten. Clubs wie die Theatergruppe (Drama Club), Band oder Chor bieten Schülern die Möglichkeit, ihre künstlerischen
und kreativen Talente zu verbessern.
Auch verschiedene Schulveranstaltungen sind in den USA äußerst beliebt. Events wie der „Homecoming“- und „Prom“-Tanz sowie Halloween und Spirit Week sorgen für ein verstärktes Gemeinschaftsgefühl. Vor allem Spirit Week sorgt mit thematischen Tagen wie z.B. Schul-Farben-Tag oder Golf-Outfit-Tag für einen verstärkten Zusammenhalt der Schulgemeinschaft. Diese Aktivitäten bereichern nicht nur den schulischen Alltag, sondern verstärken auch das Selbstvertrauen und die sozialen Kompetenzen verschiedener Schüler.
Regeln
Die Regeln in amerikanischen Schulen sind oft komplizierter und mehr auf die Sicherheit der Schüler ausgerichtet, als an deutschen Schulen. Neben dem bekannten Feueralarm, gibt es an
amerikanischen Schulen sogenannte ALICE-Übungen. ALICE steht hierbei für Alert
(alarmieren), Lockdown (abriegeln), Inform (informieren), Counter (bekämpfen) und Evacuate (evakuieren). Es ist eine Übung, welche Schüler auf einen Amoklauf an
der Schule vorbereiten soll und ist vergleichbar mit einem herkömmlichen Feueralarm. Der Unterschied ist, dass eine ALICE-Übung länger dauert und, je nachdem wo sich der imaginäre Amokläufer
befindet, sich manche Klassen verbarrikadieren müssen.
Neben ALICE- und Feueralarmen gibt es auch noch andere Regeln an amerikanischen Schulen. Zum Beispiel muss jeder Schüler am Anfang des Jahren Fotos für seinen Schülerausweis machen. Diesen
benutzen sie nicht nur zur Bezahlung ihres Mittagessens, sondern auch zur Identifikation und Zutrittskontrolle. Schüler müssen diesen immer mit sich führen, vor allem, weil die Schule tagsüber
aus Sicherheitsgründen verschlossen ist. Der Zugang erfolgt ausschließlich über den Haupteingang, an dem die Schülerausweise per Kamera überprüft werden.
Das Verlassen des Klassenzimmers ist ebenfalls komplizierter als in Deutschland. In jedem Klassenraum gibt es ein oder zwei „Hall Passes“. Diese werden beim Verlassen des Klassenzimmers vom
Lehrer herausgegeben. Verlässt man das Klassenzimmer ohne einen Hall Pass und wird von der Security kontrolliert, kann dies zu ernsten Konsequenzen führen.
Ein besonders auffälliger Unterschied im Vergleich zu deutschen Schule ist an vielen amerikanischen High-Schools der Einsatz von bewaffneter Security. In einigen bzw. fast allen Schulen sind speziell geschulte Sicherheitskräfte vor Ort, die oft mit Schusswaffen und z.B. Handschellen ausgerüstet sind. Die strengen Regeln stehen in direktem Zusammenhang mit vergangenen Vorfällen, wie Schulschießereien und Amokläufen. In vielen High-Schools gibt es außerdem auch ausgeprägtes Gang-Auftreten. Deswegen sind an vielen Schule jegliche Handzeichen, sowie verschiedene Kleidungsstücke verboten.
Persönliche Erfahrungen
An der Stevens High-School in Süd Dakota lernt man oft in kleineren Klassen mit maximal 20 bis 25 Schülern, was ein besseres Lernen, sowie Unterrichten ermöglicht. Die Lehrer waren häufig
sehr zugewandt, teilten persönliche Geschichten und legten großen Wert darauf, den Schülern zum Erfolg zu verhelfen.
Lehrer legen viel Wert auf vielfältige und praxisorientierte Projekte. Innovative Unterrichtsmethoden, wie Rollenspiele im Geschichtsunterricht oder projektbasierte Arbeiten im Fach Fotografie sorgen dafür, dass der Unterricht spannend und abwechslungsreich bleibt.
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten konnten mit viel Hilfe der Lehrer jegliche sprachliche Barrieren überwunden werden und die Teilnahme am Unterricht war stets von positiven Eindrücken
geprägt.
Events wie Spirit Week, was mit einer Motto-Woche an der ganzen Schule zu vergleichen ist, oder Halloween und Weihnachtsfeiern stärken den Zusammenhalt der Schule sehr.
Herausforderungen
Neben den zahlreichen positiven Aspekten ergeben sich auch Herausforderungen und Besonderheiten im amerikanischen Schulsystem.
Für Austauschschüler können die Unterschiede in Sprache, Akzent und Unterrichtsmethoden zu Beginn einige Schwierigkeiten darstellen. Vor allem die aktive Teilnahme an Diskussionen und
Gruppenarbeiten erforderte oft gute Englischkenntnisse.
Stereotypen und Vorurteile sind auch Teil meines Schul-Alltags als ein Austauschschülers gewesen. So waren unangenehme Kommentare oder Witze über das Heimatland anfangs sehr normal.
Die strengen Sicherheitsvorkehrungen können ebenfalls eine Herausforderung darstellen. Zum Beispiel die strikte Kontrolle der Eingänge und die verpflichtende Nutzung von Hall Passes können
für Schüler wie mich, die nicht daran gewöhnt sind, als einschränkend empfunden werden.
Die Teilnahme an sportlichen und kulturellen Clubs ist ebenfalls mit vielen Herausforderungen verbunden. Zum Beispiel können zusätzliche Verpflichtungen, wie Trainingseinheiten Frühs, vor
dem Unterricht sowie Wochenend-Turniere zu den Aktivitäten dazu kommen. Dies erfordert nicht nur gutes Zeitmanagement, sondern kann, gerade für Austauschschüler, die sich noch an die neuen
Bedingungen gewöhnen müssen, eine zusätzliche Herausforderung darstellen.
Trotz dieser Herausforderungen sind die Erfahrungen im amerikanischen Schulsystem insgesamt bereichernd gewesen und haben einen wichtigen Beitrag zu meiner persönlichen Entwicklung beigetragen.
3. Leben in Amerika
Feste und Traditionen
Das gesellschaftliche Leben in den USA ist stark von Festen und Traditionen geprägt.
Thanksgiving ist einer der zentralen Feiertage, bei welchem es sich hauptsächlich um Essen und das Zusammensein dreht. Typische Speisen wie vor allem der Truthahn aber auch Kartoffelbrei, Süßkartoffeln, Bratgemüse, Maisbrot, verschiedene Kuchen und Desserts stehen hierbei im Mittelpunkt. Die Feierlichkeit hebt die Bedeutung von Zusammengehörigkeit und Dankbarkeit hervor. Oft kommen bei Thanksgiving alle Verwandten aus jeglichen Staaten, egal wie weit entfernt, zusammen um dieses Festmahl zu genießen. Bei mir zum Beispiel trafen wir und mit Verwandten aus Colorado, sowie mit einem Freund aus Spanien in unserem Ferienhaus in Minnesota.
Auch Weihnachten wird in den USA sehr groß gefeiert. Im Vergleich zu Deutschland scheint hier das Dekorieren sehr viel wichtiger zu sein. In Schulen und Wohngebieten sorgen viele Lichter,
geschmückte Häuser und festliche Kleidung für eine einzigartige Atmosphäre. Dies unterscheidet sich von den weihnachtlichen Traditionen in Deutschland, bei welchen der Fokus oft eher auf
familiärer Zusammenkunft liegt.
Neben Feiertagen wie Weihnachten oder Halloween spielen auch patriotische Feiertage eine wichtige Rolle in den USA. Zum Beispiel wird der Independence Day (Unabhängigkeitstag) am 4. Juli mit Feuerwerken, Grillfesten und etlichen Flaggen anstatt Dekoration gefeiert. Der Independence Day wird gefeiert, weil am 4. Juli 1776 die Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung stattfand. Somit wurde die USA zu diesem Zeitpunkt ein eigenes Land und war unabhängig vom Vereinigten Königreich.
Ein weiterer Feiertag, den wir so nicht in Deutschland kennen, ist der Veterans Day (Veteranentag) am 11.11. Diesen feiert man zu Ehren der Kriegsveteranen aus allen Kriegen, an denen die USA beteiligt waren.
Soziales Leben und Freundschaften
Das soziale Miteinander in den USA zeigt verschiedene kulturelle Besonderheiten, die sich von den deutschen unterscheiden.
Zum Beispiel wirken Amerikaner oftmals sehr freundlich und aufgeschlossen. Allerdings baut sich eine tiefere Freundschaft häufig eher langsamer auf. Während in Deutschland tiefe Gespräche und enge Freundschaften oftmals schneller entstehen, beginnt in den USA häufig eher eine oberflächliche „Bekanntschaft“ anstatt einer richtigen Freundschaft.
Interaktionen zwischen Mädchen und Jungen, vor allem in der Schule, unterscheidet sich ebenfalls zu Deutschland. Körperliche Zuwendung wie Umarmungen, die in Deutschland teilweise selbstverständlich sind, finden in manchen Teilen der USA weniger häufig statt. Dies hat oft den Hintergrund, dass viele Bewohner konservative und religiöse Normen gewöhnt sind. Solche Unterschiede können zu Missverständnissen führen und Konflikte oder Auseinandersetzungen auslösen.
Besonders im mittleren Westen spielt der religiöse Glauben eine große Rolle im Alltag. Viele Jugendliche sind aktiv in ihren Kirchengemeinschaften, was nicht nur ihr Sozialleben, sondern auch den Umgang mit Freundschaften und Beziehungen beeinflusst. Diese religiösen Werte führen teilweise zu strengen sozialen Regeln, etwa im Umgang mit Freunden des anderen Geschlechts.
Kulturelle Anpassungen und Unterschiede
Der Aufenthalt in den USA brachte zahlreiche kulturelle Anpassungen und Überraschungen mit sich, die sowohl positive als auch herausfordernde Seiten beinhalteten.
Etwas Überraschendes war der deutsche Einfluss in einigen Regionen. Zum Beispiel wurden in Süd Dakota nicht nur deutsche Begriffe, wie „Gesundheit“ im Alltag verwendet, sondern gab es auch Restaurants im deutschen Style, wie z.B. die „Alpine Inn“. Diese bot authentische deutsche Gerichte, wie Spätzle mit Rotkraut und Schnitzel an.
Im Alltag hat man als Deutscher in den USA auch oftmals mit Missverständnissen zu tun. Der Gebrauch von verschiedenen umgangssprachlichen Wörtern kann zu Verwirrung auf beiden Seiten führen. Solche Vorfälle zeigten jedoch auch, dass Humor und der bewusste Umgang mit Sprache wichtige Faktoren sind um, vor allem interkulturelle, Missverständnisse zu überwinden und den Alltag in einer anderen Kultur zu genießen.
Ein weiterer markanter Unterschied war der ausgeprägte Patriotismus in den USA. Wie bereits erwähnt, werden Feiertage wie der Independence Day mit großen Stolz gefeiert. Von aufwändigen Feuerwerken bis hin zu Straßenparaden wird der Independence Day oftmals im größeren Style als das Neujahr gefeiert. Dieser Patriotismus wird in den USA oft als selbstverständlich angesehen, während dieser in Deutschland eher weniger vertreten ist.
Kulinarische Erlebnisse
Meine kulinarischen Erfahrungen während des Austauschs in den USA zeigten eine Vielzahl an unterschiedlichen Esskulturen.
Die weltweit bekannte amerikanische Fastfood-Kultur bietet eine große Auswahl an Ketten wie McDonald’s, Chick-fil-A, In-N-Out Burger, Chipotle und anderen. Diese unterscheiden sich häufig in Portionsgröße und Zubereitungsart von ihren europäischen Gegenstücken. Gleichzeitig sind mexikanische Restaurants sehr oft vertreten. Sie bieten eine völlig andere Art von Speisen, wie z.B. Tacos, Burritos, Quesadillas bis hin zu anderen würzigen Gerichten.
Das Experimentieren mit neuen Speisen ist ein wesentlicherer Bestandteil des Austauschs. Das Ausprobieren von neuen Speisen hat bei mir zu neuen Lieblingsgerichten oder anderen Überraschungen geführt. Jedoch, ob beim Ausprobieren von mexikanischen Gerichten oder Fastfood, nicht alle kulinarische Experimente stellen sich immer als positiv heraus. Einige Gerichte können sich als gewöhnungsbedürftig herausstellen, in meinem Podcast gehe ich darauf genauer ein.
Tipps und besondere Erlebnisse
Das erfolgreiche Anpassen und das Erleben von unvergesslichen Momenten während eines Austauschjahres beruhen auf vielen verschiedenen Faktoren.
Offenheit und Kommunikation sind hier sehr wichtige Punkte. Die Bereitschaft, sich auf neue Erfahrungen einzulassen, ist essenziell. Nur Offenheit und Neugier ermöglichen es einem, kulturelle Unterschiede zu erleben. Eine offene Kommunikation mit der Gastfamilie, Freunden und anderen Kontaktpersonen hilft, Missverständnisse schnell zu klären bzw. zu umgehen. Das erleichtert die Integration in eine neue Kultur erheblich.
Neben den Alltag in der Gastregion bieten auch Ausflüge in andere Staaten, Regionen oder einfach nur andere Städte hervorragende Möglichkeiten, die Kultur und Landschaft der USA kennenzulernen. Städtereisen, wie z.B. nach Los Angeles, oder Reisen zu Naturparks wie den Grand Canyon, welche ich gemacht habe, erweitern das Blickfeld auf die amerikanische Lebensweise.
4. Einheimische Kultur
Lebenssituationen/Soziale Herausforderungen
Die indigenen Gemeinschaften in den USA, besonders in Süd Dakota, leben überwiegend in Reservationsgebieten. In diesen ist durch Armut, Obdachlosigkeit und Alkohol- sowie Drogenabhängigkeit die Lebensqualität sehr niedrig. Eines dieser Reservationsgebiete ist die „Pine Ridge“ Reservation in Süd Dakota. Nur etwa 200 Kilometer von Rapid City entfernt befindet sich die ärmste Reservation in den ganzen USA. Sie ist geprägt durch hohe Arbeitslosenquoten, geringe Einkommen und mangelhafter Infrastruktur.
Historisch gesehen wurden die Ureinwohner durch den Kolonialismus, Auseinandersetzungen, gebrochene Verträge und erzwungene Umsiedlungen massivst eingeschränkt. Diese Entwicklungen haben sich zu anhaltenden sozialen Herausforderungen entwickelt. Zum Beispiel werden viele der Einheimischen heute diskriminiert und haben eingeschränkten Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung und berufliche Möglichkeiten. Diese und weitere soziale Probleme werden dabei auch noch von Vorurteilen und Stereotypen verstärkt, was zu täglichen Konflikten und einer Art Ausgrenzung führt.
Werte und spiritueller Glauben
Die einheimischen Völker aus Süd Dakota legen großen Wert auf traditionelle Grundwerte wie Respekt, Ehrlichkeit, Großzügigkeit, Demut, Weisheit und Mitgefühl. Diese haben eine lange Tradition und bilden das Fundament ihres Gemeinschaftslebens. Sie werden von Generation zu Generation, über entweder Rituale oder einfach im Alltag, weitergegeben.
Ein zentrales Element des spirituellen Glaubens der Stämme ist die enge Verbundenheit mit der Natur. Zum Beispiel wird die Erde als lebendiges Wesen betrachtet, welches mit Ehrfurcht zu behandeln ist. Tiere, vor allem der Büffel, haben eine wichtige Bedeutung. Historisch gesehen waren Büffel nicht nur eine Nahrungsquelle, sondern lieferten alles was sie zum Leben brauchten wie Material für Kleidung und Werkzeuge. Außerdem verkörperte der Büffel auch Stärke, Fülle und den Kreislauf des Lebens.
Kultur und Traditionen in SD
Süd Dakota selber ist Heimat von neun, bundesweit anerkannten indigenen Stämmen. Zu diesen gehören die Sioux mit ihren Untergruppen Lakota, Nakota und Dakota. Diese kulturelle Vielfalt spiegelt sich in vielen verschiedenen Traditionen, Ritualen und Festen wieder.
Zeremonien wie Pow-Wows und der Sun Dance sind, vor allem in Rapid City, weit verbreitet. Bei Pow-Wows kommen die Einheimischen mit der allgemeinen Bevölkerung zusammen um gemeinsam zu singen und zu tanzen. Beim Sun Dance, einer der wichtigsten Rituale, steht das Fasten und Beten im Mittelpunkt. Er dient vor allem der Erneuerung des Glaubens und der Gemeinschaft.
Neben den traditionellen Ritualen gibt es noch zahlreiche Bemühungen innerhalb der Gemeinschaften, die eigene Sprache und Kultur zu bewahren. Schulen und auch verschiedene Gemeinden setzen sich dafür ein, die oft bedrohten Sprachen und Bräuche wiederzubeleben bzw. instand zu halten.
Persönliche Erlebnisse/Beobachtungen
Der Alltag in Süd Dakota bietet viele Verschiedene Einblicke in die Kultur der Einheimischen. Aus persönlichen Beobachtungen zeigt sich, dass rassistische Stereotypen und Vorurteile auch in Schulen und in der Öffentlichkeit präsent sind.
Ein Beispiel ist die Benutzung des Begriffs „Dakota Time“ von einer Person aus der Schulverwaltung. Ein Ausdruck, welcher Stereotypen wie Unpünktlichkeit und Faulheit der Einheimischen unterstreicht.
Ein weiterer Vorfall passierte in einer Bar in Rapid City. Hier wurden die Haare einer einheimischen Person einfach so abgeschnitten, nachdem sie sich verfangen hatten. Für viele Einheimische symbolisieren lange Haare eine tiefe spirituelle Verbindung zu den Vorfahren und werden nur abgeschnitten/abrasiert, wenn ein Angehöriger stirbt. Solche Handlungen werden als extrem verletzend empfunden, da sie nicht nur körperliche, sondern auch seelische Werte angreifen.
Trotz dieser negativen Erfahrungen zeigt der direkte Austausch in Schulen und im alltäglichen Miteinander, dass es auch Versuche gibt, Vorurteile zu hinterfragen und ein respektvolles Miteinander zu stärken.
5. Natur / Klima
Klima und Wetterphänomene
Die USA sind, je nach Region, von vielen verschiedenen Klimas und Wetterextremen geprägt. Besonders in den Great Plains - wo sich auch Süd Dakota befindet - tritt regelmäßig heftiges Wetter auf.
Aufgrund der geografischen Lage der Great Plains sind Süd Dakota und andere Staaten, welche sich dort befinden, besonders anfällig für Tornados, starke Windböen und Stürme. Das führt zu häufigen Autounfällen bis hin zur Zerstörung von ganzen Häusern und Dörfern. Eine Region inmitten den USA hat sogar ihren Namen von den dort oft vorkommenden Tornados bekommen. Die „Tornado Alley“-Region erstreckt sich von Texas bis Nord Dakota und ist besonders anfällig für extremen Wind und Stürme. Das liegt vor allem daran, dass Tornados dort keine Hindernisse haben. Die ganze Region ist Flach und es befindet sich kein einziger Berg in ganz „Tornado Alley“.
Autounfälle passieren hier allerdings nicht nur durch Tornados und starken Sturm. Auch Hagel und Glatteis prägen besonders die Herbst- und Wintermonate im Westen Süd-Dakotas. Vom Himmel fallende Eiskörnern, welche die Größe von Tennisbällen erreichen können und Glatteis auf den Straßen stellen eine riesige Gefahr für den Verkehr dar. Jedoch können diese auch zu erheblichen Sachschäden, wie eine kaputte Windschutzscheibe oder zerrissenen Planen führen.
Nicht nur Sturm und Hagel prägen Süd Dakota, sondern auch sehr trockene Luft. Die, im Winter dazukommende Kälte kann, im Zusammenspiel mit der Trockenheit, bei Personen welche nicht daran gewöhnt sind, schnell zu gesundheitlichen Problemen wie raue bis rissige oder sogar blutender Haut führen. Diese klimatischen Bedingungen erfordern Schutzmaßnahmen, wie das Tragen von geeigneter Kleidung und regelmäßiger Hautpflege.
Während meines Aufenthalts in den USA, waren wir, in Süd Dakota, ebenfalls von den Waldbränden in kanadischen Regionen betroffen. Der Rauch der Brände gelang bis nach Rapid City, was dazu führte, dass am Anfang meines Austauschs beim Verlassen des Hauses eine Atemschutzmaske empfohlen wurde.
Tierwelt
In den USA ist nicht nur das Wetter sehr divers, auch in der Tierwelt sind viele verschiedene Arten vertreten.
Neben den bereits erwähnten Wetterextremen, ist Süd Dakota auch für seine reiche Tierwelt bekannt. In den Black Hills Regionen kommen unter anderem Bergziegen und Berglöwen vor. In den flacheren, Great Plains Regionen kommen hingegen Kojoten, Wölfe, Bison, Hirsche und andere Tierarten vor. Besonders auffällig sind die oft neugierigen Hirsche, die sich auch oft in Wohngebieten aufhalten. In Süd Dakota sind ebenfalls die giftige „Schwarze Witwe“ sowie die Klapperschlange heimisch.
In Südwestlichen, heißeren und trockeneren Regionen der USA, wie z.B. im Grand Canyon oder Arizona finden sich zahlreiche Echsen, Leguane, Schlangen, Skorpione und Fledermäuse. Das Gegenstück dazu ist Minnesotas feuchtere Umgebung. „Das Land der 10.000 Seen“ begünstigt das Leben von Arten wie Bären, Elchen, Luchsen und Weißkopfseeadlern.
Die Begegnungen mit Tieren, egal ob aus der Ferne oder in der Nähe, erfordern einen respektvollen und vorsichtigen Umgang, um sowohl die Tiere als auch sich selber zu schützen.
Eindrücke von besonderen Orten
Während meines Austauschs konnte ich viele verschiedene Landschaften und Sehenswürdigkeiten besuchen.
Der Grand Canyon beeindruckte besonders durch seine Größe. Weitläufige, verzweigte Wege, welche durch den Canyon führen, machen den Grand Canyon, zusammen mit seinem sehr heißen und trockenen Klima, zu einem einzigartigen Ort. Auch nachts bietet der Canyon wundervolle Ausblicke, ein sternenklarer Nachthimmel ist hier normal, da keine großen Städte in der Nähe sind.
Neben dem Grand Canyon gehören auch die Badlands, Mt. Rushmore, Los Angeles und weitere wie Teile von Arizona zu eindrucksvollen Orten, welche ich in meiner Zeit dort besuchte.
6. Ein eigener Podcast
Ideen- und Themenfindung
Ein Podcast ist eine großartige Möglichkeit, Wissen und Erfahrungen zu teilen. Deswegen habe ich mich auch für dieses Format entschieden, um meine Projektarbeit zu ergänzen und ihn hier auf der Schulwebseite mit jeglichen Interessenten zu teilen. Er kann sowohl informativ als auch unterhaltsam sein. Außerdem ermöglicht er Inhalte flexibel und kreativ, nach eigenen Vorstellungen, zu gestalten.
Die erste Phase der Erstellung meines Podcast war die Themenfindung. Ich musste mir überlegen, worüber ich sprechen möchte und welches Ziel mein Podcast haben soll. Mein Hauptthema war in dem Fall ganz klar mein Schüleraustausch in den USA. Das Ziel meines Podcasts sollte das Teilen meiner Erfahrungen sein. Außerdem wollte ich ihn nachhaltig für die Nutzung der Schule gestalten, deswegen entschied ich mich dazu dem Podcast deutsche Untertitel, sowie Videos und Bilder hinzuzufügen. Damit kann er vor allem gut im Englisch Unterricht aber vielleicht auch in anderen Fächern benutzt werden.
Planung und inhaltliche Vorbereitung
Um den Podcast spannend zu gestalten und einen roten Faden bei zu behalten, ist ein durchdachter Aufbau essenziell. Um diese Struktur zu entwickeln, sammelte ich zunächst grobe Themenbereiche und ordnete sie logisch.
Nachdem die groben Themenbereiche feststanden, fing ich an Informationen zu sammeln. Mit diesen plante ich dann die einzelnen Folgen. Ich legte fest, wie viele Episode es geben sollte und welche Schwerpunkte jede Folge haben würde. Dabei war eine klare Gliederung besonders wichtig.
Der nächste Schritt beinhaltete das Erstellen der Skripte. Dabei musste ich entscheiden ob ich ein vollständiges Skript schreibe oder Sätze aus Stichpunkten bilde. Ein vollständiges Skript hilft dabei, den roten Faden nicht zu verlieren, während Stichpunkte für eine natürlichere Sprachweise sorgen. Letztlich entschied ich mich für ein vollständiges Skript, da mir die Arbeit damit leichter fiel.
Technik & Ausstattung
Um den Hörern ein gutes Zuhör-Erlebnis zu gewährleisten, ist die richtige Technik essenziell. Ein Mikro mit klarem Klang und der Funktion, Hintergrundgeräusche zu minimieren, war besonders wichtig. Dieses hatte ich bereits zuhause, das „Auna MIC-900B“, zusammen mit der „NVIDIA RTX Voice Soundunterdrückung“ und einem Pop-Filter, war ausreichend.
Als Aufnahme-, Schnitt- und Bearbeitungsprogramm benutzte ich „Davinci Resolve“. Dieses ist nicht nur kostenlos, sondern kombiniert alle Funktionen, welche für das Erstellen eines Podcast oder anderen Medien essenziell sind.
Herausforderung & Tipps
Während der Erstellung meines Podcast stieß ich auf verschiedene Herausforderungen. Eine der größten war es, mich selbst zu motivieren, sowie diszipliniert und regelmäßig an meinen Folgen zu arbeiten. Ein detaillierter Zeitplan, sowie ein strukturierter Aufbau meiner Informationen halfen mir dabei, den Überblick nicht zu verlieren und konstant zu arbeiten.
Eine weitere Herausforderung war meine oft zu perfektionistische Persönlichkeit. Nach den ersten Aufnahmen war ich oft niedergeschlagen und enttäuscht. Jedoch wurde mir schnell klar, dass es völlig normal ist vor allem am Anfang nicht alles perfekt hin zu kriegen.
Lernerfahrung und Zeitaufwand
Zusammenfassend war das Erstellen eines Podcast eine lehrreiche Erfahrung. Ich lernte nicht nur viele neue technische Prozesse, wie Aufnahme und Bearbeitung kennen, sondern auch die Wichtigkeit einer guten Vorbereitung. Die Balance zwischen Planung, Aufnahme, Bearbeitung, Schule und Freizeit erwies sich als aufwendig, doch war definitiv lohnenswert.
Rückblickend kann ich sagen, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Ich konnte meiner Kreativität freien Lauf lassen, meine Verständnis für Medien verbessern und meine
Erfahrungen auf einer interessanten Art teilen.
Einführung - "Living the American dream: A year abroad"
Episode 1 - Schüleraustausch
Episode 2 - Schule in Amerika
Episode 3 - Das Leben in Amerika
Episode 4 - Die Einheimischen
Episode 5 - Natur & Klima
Episode 6 - ein Eigener Podcast
Schluss - "Living the American dream: A year abroad"